Quercetin liegt in Weinen sowohl in glykosidischer als auch in aglykonischer Form vor. Die aglykonische Form ist instabil und weist eine sehr geringe Wasserlöslichkeit auf (0,4 µg/mL). In Weinen kann die Konzentration zwischen 0 und 40 mg/L variieren. Eine hohe Konzentration an Quercetin-Aglykon in Kombination mit niedrigen Anthocyangehalten erhöht die Neigung zur Präzipitation. Darüber hinaus führen klimatische Veränderungen und der damit verbundene Rückgang der Anthocyane zu einer erhöhten Instabilitätsanfälligkeit der Weine.
In der vorliegenden Studie wurden Strategien zum Einsatz önologischer Produkte bewertet, um die Präzipitation von Quercetin-Aglykon in für diese Instabilität sensiblen Weinen zu mindern.
Die Produkte zeigten eine ausgeprägte Heterogenität in ihrer Wirkungsweise: Subtraktiv wirkende Produkte wie Gelatine beeinflussten sowohl den Polyphenolgehalt als auch die Menge an Quercetin-Aglykon, während stabilisierende Produkte wie die unterschiedlichen Gummi-Arabica-Typen diese Komponenten weitgehend erhielten.
Insgesamt begrenzten alle Behandlungen – in unterschiedlichem Ausmaß – die Präzipitation von Quercetin-Aglykon. Aus der Studie ging hervor, dass Gummi-Arabica-Produkte (ARABINOL Dolce) die höchste Wirksamkeit aufwiesen.