Formularlader-Etikett

Erkennung und Behandlung der Rebenvirose

Die Rebenvirose wurde erstmals im 19. Jahrhundert in Frankreich "diagnostiziert". In Italien wurde die Krankheit jedoch erst in den 1960er Jahren thematisiert. Es handelt sich um eine Krankheit, die die Weinrebe befällt und die vorbeugende Maßnahmen erfordert. Obwohl sie sehr häufig auftritt und die daraus resultierenden Schäden bis zur Hälfte der Ernteerträge betragen können, gibt es bis heute kein Heilmittel gegen die Virose. Die einzige Möglichkeit der "Bekämpfung" besteht in der Vorbeugung und in der Behandlung der Erreger. 

 

Die Rebenvirose wird in erster Linie über drei Faktoren übertragen: Pflanzen (infiziertes Pflanzenmaterial), Tiere (Wollläuse und Nematoden) und Schneidegeräte, die an kranken Pflanzen verwendet werden. Diese Aspekte müssen daher sorgfältig beachtet werden. 

Symptome der Rebenkrankheit

Die Symptome der Rebenvirose sind recht typisch. Vor allem aber ist eines das Hauptanzeichen der Krankheit: die Blattknitterung. Im Juli beginnen sich die Blätter der Rebe, beginnend an der Basis des Triebes, nach unten zu drehen (sie knittern regelrecht). Auch ihre Farbe ändert sich: bei roten Trauben werden sie rötlich, bei weißen Trauben gelblich, als ob sie die Ankunft des Herbstes vorwegnehmen. Die Adern hingegen bleiben grün. Wenn diese Symptome auftreten, ist die Rebenvirose bereits weit fortgeschritten. Und der Degenerationsprozess hat begonnen: Die befallenen Reben verlieren Chlorophyll, der Ertrag sinkt, die Reifung verzögert sich, der Zuckergehalt wird nicht hoch sein und auch der Most wird eine andere Zusammensetzung haben. Der qualitative Schaden ist also offensichtlich. 

Neben der Färbung der Blätter und der Farbveränderung sind weitere Symptome der Rebenvirose: 

  • die Betonung der Asymmetrie, Verzahnung und Einkerbung der Blätter; 
  • Abflachung oder Unregelmäßigkeit der Knospen; 
  • schlechter Fruchtansatz (Anfangsphase der Fruchtentwicklung, unmittelbar nach der Blüte); 

 

Treten die Symptome dagegen im Frühjahr auf, verschwinden im Sommer und bestehen aus rötlichen oder gelblichen Flecken auf der Lamelle, spricht man von Gelbmosaik. 

 

Um zu überprüfen, ob die Rebe tatsächlich von der Virose betroffen ist, muss daher eine Probe entnommen und ein gründlicher molekularer und serologischer Test durchgeführt werden. 

Mittel gegen die Rebenvirose

Anstatt über Mittel gegen die Rebenkrankheit zu sprechen, ist es besser, über Prävention zu sprechen. 

 

Einer der Hauptüberträger des Virus sind Wollläuse, vielfressende Insekten, die sich von Pflanzensaft ernähren und im Winter unbeweglich auf dem Holz der Reben sitzen. Sie können hier ihren gesamten biologischen Zyklus verbringen und produzieren zuckerhaltige Exkremente, von denen sich die Pilze ernähren und verschiedene Viren übertragen können. Die frisch geschlüpften Larven sind zwar nicht infektiös, werden aber infektiös, wenn sie anfangen, sich vom Saft der von Virosen befallenen Pflanzen zu ernähren. 

Wollläuse können sich selbstständig fortbewegen, kilometerweit in der Luft schwebend wandern oder infolge von Schnittmaßnahmen einwandern. Daher ist die Abwehr von Wollläusen der erste Schritt zum Schutz der Rebe vor Virosen (vielleicht durch Beratung des Pflanzenschutzdienstes in der eigenen Region). Umgekehrt ist es ratsam, die Ausbreitung der direkten Feinde der Wollläuse nicht zu behindern: Wanzen, Schmierläuse, Blattläuse und Parasiten. 

 

Das Virus kann aber auch durch Nematoden (auch Spulwürmer" genannt) verbreitet werden: Die längeren Arten haben einen spitzen Stachel, mit dem sie sich von den Wurzeln der Reben ernähren. Das Virus kann in ihnen bis zu mehreren Jahren überleben. Deshalb kann es von einer Pflanze auf eine andere übertragen werden. Das wirksamste System zur Vorbeugung ist bei der Neuanpflanzung von Pflanzen anzuwenden: Zu diesem Zeitpunkt muss eine chemische Analyse des Bodens durchgeführt werden, um zu entscheiden, welche Strategien je nach den Eigenschaften des Bodens angewendet werden müssen. Oder es können bewurzelte Stecklinge verwendet werden, die aus Baumschulen stammen, die eine hygienische Behandlung garantieren, und die unbedenklich sind. Wenn eine Pflanze von Nematoden befallen ist, muss sie unbedingt entwurzelt werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Wurzeln vollständig entfernt werden und der Boden bearbeitet wird, um eine Virose zu verhindern. 

 

Um der Rebenvirose vorzubeugen, muss man daher zunächst prüfen, ob die bewurzelten Stecklinge gesund sind und ob nicht infizierte Stecklingswerkzeuge verwendet werden. 

Behandlung der Rebenvirose im ökologischen Landbau

Zur Behandlung der Rebenvirose hat sich in letzter Zeit im ökologischen Landbau der Einsatz von Gründüngung mit Brassicaceae durchgesetzt. Diese Praxis besteht in der Aussaat von Kreuzblütlern als Zwischenfrüchte: Diese Pflanzen sind nicht für die Ernte oder den Verzehr bestimmt, verbessern aber den Boden erheblich. Ihre langen, tief wurzelnden Pflanzen dringen in den Boden ein und haben eine entwässernde Wirkung.  

 

Die beste Zeit für die Gründüngung ist im Frühjahr oder Herbst: Brassicaceae haben keine Kälteempfindlichkeit und können dem Boden während der Blütezeit große Mengen an Biomasse mit einem Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis liefern, das dem von Humus ähnelt. Indem sie Nematoden zu den Wurzeln locken, greifen sie diese an, indem sie Isothiocyanate freisetzen (die deren Entwicklung stoppen). Auf diese Weise werden nicht nur die Nematoden bekämpft, sondern auch der Boden gedüngt und Schädlinge beseitigt, so dass der Boden selbst wieder in der Lage ist, Pflanzen nach der biologischen Lehre zu produzieren. 

 

Zur Bekämpfung von Wollläusen können anstelle von chemischen Insektiziden Pflanzenöle (Minz-, Kiefern- oder Kümmelöl) oder Farn- oder Brennnesselpräparate verwendet werden, die nach der Reinigung der Pflanzen das ganze Jahr über angewendet werden können. 

 

Contenuti correlati